Logo Göttinger Institut für Demokratieforschung
Aufstand rss facebook Twitter

Riot oder Revolution?

Madeline Kaupert | 16. Januar 2015

Banner_Proteste

[Gastbeitrag]: Madeline Kaupert über die Bewertung der Aufstände in Großbritannien und Ägypten im Jahr 2011

Es gibt Momente, in denen die Welt den Atem anhält.Einer davon war im Frühjahr 2011, als sich die Protestwelle des Arabischen Frühlings von Tunesien aus zu verbreiten begann und zu einer Rebellion gegen die Unterdrückungsregime der Region heranwuchs. Wer aber hielt den Atem an, als die Jugendlichen der Vorstädte Londons im selben Jahr Steine warfen, Mülltonnen anzündeten und Geschäfte plünderten? Obwohl die Proteste auf den ersten Blick sehr verschieden aussehen, vereint sie doch ein zentrales Merkmal: Beide waren Schauplätze massiver Gewaltanwendung seitens der Protestierenden und der staatlichen Sicherheitsapparate. Zugleich aber wurden diese Gewaltanwendungen jedoch unterschiedlich bewertet: Während die Gewalt auf dem Tahrir-Platz als Ausdruck emanzipatorischen Protests eingeordnet wurde, galt sie in London eher als Anzeichen für Verfall und Zerstörung – oder einer amoralischen „broken society“.[1] Woher aber kommen diese unterschiedlichen Bewertungen? Und vor allem: Sind Riots und Revolution wirklich zwei Kategorien, die einander nicht berühren?

weiter lesen