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Erklärung, Aufklärung und Verklärung

Robert Lorenz | 11. April 2017

[analysiert]: Robert Lorenz zur „Göttinger Erklärung“ vom 12. April 1957.

Vor sechzig Jahren war Konrad Adenauer äußerst ungehalten. So jedenfalls ließe sich die Alternativgeschichte zur „Göttinger Erklärung“, die am 13. April 1957[1] in den westdeutschen Tageszeitungen für Furore sorgte, erzählen. Denn an diesem Tag musste der Bundeskanzler Angst haben, dass ihm – dem politischen Vollprofi – eine Gruppe von Kernphysikern, die sich selbst als unpolitisch gerierten, den Wahlkampf verhageln könnten. Nicht die SPD, nicht investigative Journalisten, auch nicht die hinterlistige DDR-Kolportage, sondern Wissenschaftler. Aber das eigentlich Interessante an dem politischen Manifest ist etwas ganz anderes: Denn die Göttinger Schrift war nicht nur eine Erklärung, sondern zugleich eine Aufklärung wie auch eine Verklärung.

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Protest: Durch staatliche Gewalt befeuert

Pauline Höhlich | 15. November 2016

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[analysiert]: Pauline Höhlich über die Entwicklung der Anti-AKW-Bewegung

Heutzutage sind Proteste im Namen der Umwelt vollkommen etabliert. Das zeigte zuletzt etwa der Widerstand gegen TTIP und CETA: Gegen die Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada gingen am 17. September 2016 bundesweit etwa 320.000 Menschen in sieben deutschen Großstädten, darunter Berlin, Frankfurt am Main und Köln, auf die Straße. Zu den Protesten hatten unter anderem Umweltschutz- und Verbraucherschutzorganisationen, Gewerkschaften sowie Grüne und Linkspartei aufgerufen, da sie ökologische und soziale Standards bedroht sehen. In Köln und Hannover beteiligten sich auch zahlreiche Landwirte mit ihren Traktoren – ein Bild, das an vergangene Anti-AKW-Proteste erinnerte. Dass sich Bürger und Bürgerinnen für die Umwelt einsetzen und grüne Parteien und Strömungen in der Politik existieren, ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Wie aber kam es dazu?

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Nordkoreas Moratorium

Roland Hiemann | 8. März 2012

[analysiert]: Roland Hiemann über aktuelle Chancen und Fallstricke in der Atomdiplomatie im Fall Nordkorea

Ein Vierteljahrhundert schwelt nun schon der Atomkonflikt mit Nordkorea. Jetzt hat sich wieder etwas getan – dieses Mal im positiven, hoffnungsvollen Sinne. Der neue Regent in Pjöngjang, Kim Jong-Un, zeigt sich bereit, der Außenwelt teilweise Einblicke in das Atomprogramm seines Landes zu gewähren. Dennoch spricht vieles für Kontinuität – in Bezug auf Nordkoreas zyklisches Taktieren zwischen Kooperation, Konfrontation und nuklearer Fortentwicklung ebenso wie auf die Konfliktlinien, die das diplomatische Auf und Ab seit jeher geprägt haben. Wobei das keineswegs bedeuten muss, dass für die internationale Gemeinschaft jenseits einer vollständigen „Entnuklearisierung“ nichts zu gewinnen wäre. Doch zunächst eine Rückblende:

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