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Eine neue Konfliktkultur für die Energiewende

 |  11. Mai 2020 |   |  Drucken

Vollständiger Titel

Eine neue Konfliktkultur für die Energiewende

Laufzeit

08/2019-07/2022

Beschreibung

Während die Energiewende in allgemeinen Bevölkerungsumfragen immer noch auf große Zustimmung trifft, stößt sie gleichzeitig auf zunehmenden Widerstand vor Ort. Der Netzausbau und insbesondere der Ausbau der Windkraft löst an vielen Orten heftige lokale Konflikte aus. Hier gilt es, Konfliktdynamiken, Argumentationen und Strategien der jeweiligen Akteure zu erforschen. Neben dem Ausbau der Windkraft und des Stromnetzes ist der Ausstieg aus der Braunkohle eine weitere spannungsreiche „Großbaustelle“ der Energiewende. Auch damit wird sich das Projektteam am Beispiel der Lausitz befassen.

Die interdisziplinär zusammengesetzte Forschungsgruppe geht in den kommenden drei Jahren der Frage nach, was die Ursachen der beobachteten Konfliktverschärfungen sind und möchte ausgehend von diesen Ergebnissen einen Beitrag dafür leisten, wie eine demokratische Streitkultur aussehen könnte, in der eine faire Ausgestaltung der Energiewende verhandelt werden kann. Das Projektteam wird dazu die an den Konflikten beteiligten Akteure, ihre Motive, Begründungsmuster und Interaktionsformen in einem Mixed-Method-Design erforschen. Neben den am Konflikt beteiligten Akteuren interessiert uns gleichfalls die Haltung und Rolle der so genannten „schweigenden Mehrheit“, also derjenigen, die von Projekten zwar potenziell betroffen sind, aber bisher nicht in den Konflikt involviert beziehungsweise aktiv geworden sind. Die betroffene, aber nicht aktive Bevölkerung ist der Untersuchungsschwerpunkt des Göttinger Instituts für Demokratieforschung. Was denken sie? Warum halten sie sich zurück? Was könnte diese Betroffenen möglicherweise mobilisieren? Am Beispiel der lokalen Auseinandersetzungen untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch den gesellschaftlichen Diskurs rund um die Energiewende. Eine Hypothese ist, dass dieser zunehmend mit populistischen Argumenten aufgeladen wird. Ein im Projekt zu entwickelnder „Populismus-Indikator“ soll die Anfälligkeit für Populismus im Energiewende-Diskurs messbar machen.

Ziel des Projektes ist es, neben der Erforschung von Einstellungen, Deutungsmustern und Konfliktdynamiken im Rahmen der Energiewende, auch Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln und zu erproben, die lokale Polarisierungen möglichst vermeiden und eine demokratische Streit- und Aushandlungskultur stärken.

Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), der Hochschule Niederrhein, der  Universität Siegen, des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) Potsdam sowie des Instituts für Raum und Energie, Wedel und wird von Dr. Fritz Reusswig (PIK) geleitet. Das Forschungsprojekt wird durch die Mercator-Stiftung gefördert.

 

Projektmitarbeiterinnen am Göttinger Institut für Demokratieforschung:

Stine Marg

Julia Zilles

Nina Kerker


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