Politische Bildung
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Konzept↑
Demokratie kann nur gelingen, wenn ihr vertraut wird, sie gleichsam Baustein und wesentlicher Bestandteil im Alltagsleben der Bürger ist. Jedoch reißen gesellschaftliche Auflösungserscheinungen, Individualisierungsprozesse sowie ständig steigende mediale Überproduktion Lücken in die Erfahrungswelten, die für ein demokratisches Grundvertrauen notwendig sind. Die ehemals beinahe natürlichen Ressourcen für das Erleben und Erlernen gemeinschaftlicher Solidarprozesse und Diskurse wie Familien, Milieus oder kommunale Gemeinschaften treten hinter staatlichen Aufgabenträgern vermehrt zurück, sie überlassen die Arena professionell ausgebildeten Lehrern, Sozialarbeitern oder auch Dozenten der Erwachsenenbildung.
Im Institut sollen daher vor allem junge und transferorientierte Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler mit öffentlichen Multiplikatoren, unter anderem aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Arbeitnehmervertretungen, sozialen Bewegungen und natürlich der Lehre, zusammenarbeiten. Sie werden sich mit den drängenden gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen, die Im Laufe der nächsten Jahrzehnte auf die modernen Demokratien in sozialer, kultureller und politischer Hinsicht zukommen dürften. Normativ geht es darum, wissenschaftlich unterfütterte Lösungen dafür zu finden, dass die komplexen europäischen Gesellschaften ihren sozialen Zusammenhalt nicht verlieren, dass ihre demokratischen Institutionen intakt und veränderungsfähig bleiben, dass ihr bürgergesellschaftlicher Basischarakter stabilisiert und ausgebaut wird.
Das Institut möchte daher wissenschaftlich sorgfältig analysieren und forschen; zugleich aber auch explizit vermitteln, beraten und empfehlen. Es wird mithin kein ausschließliches Forschungszentrum sein, aber auch keine bloße Beratungs- oder Didaktikstelle. Es strebt vielmehr an, Forschung, Didaktik und Beratung miteinander zu verknüpfen, beabsichtigt mithin, Wissenschaft und Öffentlichkeit kommunikativ zusammenzubringen.
Weitere Informationen zum Thema “Politische Bildung” liefert auch die Sendung “Von der Notwendigkeit politischer Bildung in Zeiten von Populismus und Extremismus” unserer Radiosendung “Unter der Lupe – ein Blick auf Wissenschaft und Gesellschaft.”
Hier können Sie die Sendung vom 13.4.2011 komplett nachhören:
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Aktuelle Veranstaltungen↑
Podiumsdiskussion: Der vergessene Terrorismus? Rechte Morde, die Bedeutung der NPD und die Rolle des Verfassungsschutzes.
Nach dem Bekanntwerden der Neonazi-Zelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) im November 2011 überschlug sich die Berichterstattung über ihren rechtsextremen Terror. Dabei ist der Rechtsterrorismus keinesfalls ein neues Phänomen in Deutschland, denn die von Neonazis verbreiteten Schreckensvisionen kommen ohne Militanz und Gewalt nicht aus. Immer wieder gab es rechtsextreme Anschläge. So starben 1980 dreizehn Menschen auf dem Münchner Oktoberfest bei einem rechtsextremen Attentat. Doch inwieweit kann man von einem rechtsextremen Terror in Deutschland sprechen? Immer wieder wird als Vergleich die RAF bemüht und verschließt damit wichtige Analysezugänge. Nach den Enthüllungen rund um die Taten der „Zwickauer-Zelle“ werden erneut Rufe nach einem NPD-Verbot laut. Ist dies aufgrund der Enthüllungen gerechtfertigt oder nur reiner politischer Aktionismus? Das erneute Scheitern eines Verbotsverfahrens könnte der Partei mehr nützen als schaden. Besonders die Rolle der V-Leute in der rechtsextremen Partei ist hierbei von zentraler Bedeutung. Nachdem das Ausmaß der Taten des NSU Schritt für Schritt bekannt wurde, steht auch die Arbeit des Verfassungsschutzes und seiner V-Leute im Fokus der Öffentlichkeit.
Die Diskussionsteilnehmer
- Stefan Schölermann ist Redakteur bei NDR-Info. Seit vielen Jahren berichtet er unter anderem über die NPD und deren Umfeld. Besonders die rechtsextreme Szene in Niedersachsen gehört zu seinem Schwerpunkt. Außerdem befasst er sich mit dem Thema Innere Sicherheit – vor allem also mit Polizei und Verfassungsschutz. Er ist Mit-Autor der Publikation Rechtsabbieger: Die unterschätzte Gefahr. Neonazis in Niedersachsen.
- Dr. Jonas Grutzpalk studierte Politikwissenschaften, Soziologie und vergl. Religionswissenschaften in Münster, Oxford und Bonn und promovierte 2002 bei Friedrich Fürstenberg über Gewaltdiskurse deutscher und französischer Intellektueller. 1999 bis 2010 war er Lehrbeauftragter an den Universitäten Bonn und Potsdam und an der HWR Berlin. 2003 bis 2009 war er Referent für “Verfassungsschutz durch Aufklärung“ im Brandenburger Innenministerium. Seit Januar 2010 ist er Professor für Soziologie und Politikwissenschaft an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW in Bielefeld und bildet dort u.a. Polizeibeamte aus.
- Dr. Gideon Botsch studierte Politikwissenschaft an der FU Berlin. Promotionsstipendiat der Hans-Böckler-Stiftung. Promotion 2003 bei Prof. Peter Steinbach mit einer Arbeit über “Politische Wissenschaft” im Zweiten Weltkrieg. 2004-2006 wiss. Mitarbeiter an der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin. Seit 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, Universität Potsdam, im Forschungsschwerpunkt Antisemitismus- und Rechtsextremismusforschung.
- Kutlu Yurtseven ist Musiker und Pädagoge aus Köln. Er wurde am 26.04.1973 in Köln Porz geboren und ist nach seinem Studium als Lehrkraft und Jugendprojektleiter tätig. Er setzt sich für antifaschistische Arbeit und Projekte ein und gemeinsam mit Rossi Pennino und Oender Bardakci ist er als Microphone Mafia seit Ende der 1980er Jahre in der europäischen HipHop-Szene aktiv. Als Rapper und Musiker hat er zahlreiche Schul- und Jugendprojekte initiiert.
- Jan Raabe ist Dipl. Soz. Pädagoge. Er Analysiert seit Mitte der 1990er Jahre die Entwicklung des Neonazismus. Schwerpunkte bilden dabei der RechtsRock und die Entwicklung im Bereich der Jugendkulturen. Zahlreiche Buchbeiträge, u.a. 2002 zusammen mit Christian Dornbusch Hrg. des Sammelbandes “RechtsRock – Bestandsaufnahme und Gegenstrategien“.
Infos:
Termin: 19.01.2012, 19.30 Uhr
Ort: Waldweg 26, Hörsaal Hörsaal ERZ N18
Weitere Informationen: 0551/39 1701 00 oder politische-bildung@demokratie-goettingen.de
In Zusammenarbeit mit dem Göttinger Stadtradio.
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Lesung und Diskussion mit Ronny Blaschke
Ronny Blaschke ist Autor des Buches “Angriff von Rechtsaußen. Wie Neonazis den Fußball missbrauchen”.
Ronny Blaschke ist Autor des Buches “Angriff von Rechtsaußen. Wie Neonazis den Fußball missbrauchen”. Infos zum Buch vom Verlag die Werstatt.
Göttinger Treffen der politischen Bildung
Das Göttinger Institut für Demokratieforschung und die Zentralstelle für politische Weiterbildung luden gemeinsam zum Göttinger Treffen der politischen Bildung ein.
Weitere Informationen gibt es hier zum Download (PDF-Datei).
Einen Bericht und diverse Eindrücke von der Veranstaltung finden Sie hier.
Vortag: “Aufstand des Bürgertums”
Vortrag und Diskussion im Rahmen des MentorInnenprogramms der Politikwissenschaften: “Aufstand des Bürgertums? Die Proteste gegen Stuttgart 21 und der Erfolg der Grünen in Baden-Würtemberg”, Mittwoch, 4. Mai, 12 Uhr im ZHG 005.
Vortrag von Dr. Saskia Richter: “Die Aktivistin. Das Leben der Petra Kelly – Biographieforschung in Wissenschaft und Praxis”
Dr. Saskia Richter berichtet aus ihrer Forschung über Petra Kelly als Parteigründerin der Grünen. Mehrere Jahre hat sie sich mit der grünen Aktivistin auseinandergesetzt und an diesem Beispiel die Herausforderungen und Möglichkeiten von Biografien in der Politikwissenschaft erfahren. In einem Vortrag mit anschließender Diskussion stellt sie die daraus entstandene Biografie über Petra Kelly vor und lässt andere an ihrem Forschungsalltag teilhaben.
Die Veranstaltung richtet sich einerseits an (Nachwuchs-)Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Promovierende und Studierende, die selbst Biographieforschung betreiben, aber auch an die interessierte Öffentlichkeit.
Tag der offenen Tür
Am 21. Mai fand der erste Tag der offenen Tür des Göttinger Instituts für Demokratieforschung statt. An diesem Tag wurde die Siegerehrung des Malwettbwerbs für Kinder “Dein Bild von der Politik” durchgeführt. Als Kinderprogramm wurde eine “Demokratie-Rallye” angeboten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten sich in entspannter Atmosphäre über unsere Forschung informieren. Einige Eindrücke finden Sie hier.






