Logo Göttinger Institut für Demokratieforschung

Kinder & Demokratie

Demokratie-Adler
Logo: Kinderdemokratie in Hannover


Demokratieforschung – Was soll das bedeuten

Unser Institut gehört zur Universität Göttingen. Unsere Aufgabe ist es, die Demokratie zu erforschen. Doch was heißt das? „Demokratie“ ist ein wichtiges und kompliziertes Wort. Es bedeutet, dass das Volk bestimmen darf, was in einem Land passiert. Doch ist das ganz schön schwierig. Die Deutschen wählen deshalb regelmäßig Politikerinnen und Politiker, damit diese wichtige Entscheidungen treffen: zum Beispiel Bürgermeister oder Bürgermeisterin, Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen und Abgeordnete. Sie entscheiden dann darüber, wo ein Spielplatz gebaut werden kann, wie lange ihr in die Schule gehen müsst und wie viele Steuern eure Eltern bezahlen müssen. Die Politikerinnen und Politiker haben also besonders viel Einfluss auf unser Leben, und deshalb erforschen wir ihre tägliche Arbeit. Doch blicken wir auch auf die Bürgerinnen und Bürger insgesamt. Wie sie reden und handeln. Was sie kritisieren, wofür sie sich einsetzen. Denn auch das gehört zur Demokratie und zur Politik. Unser Institut möchte dabei nicht nur schwierige Bücher für Erwachsene schreiben, sondern eben auch Kindern erklären, wie Demokratie und Politik funktionieren.

Unseren Flyer zum Thema Kinderdemokratie können Sie hier herunterladen: Infoflyer_Kinderdemokratie


Kinderdemokratie in Hannover

Grundschule Fuhsestraße Es gibt ein neues Kinderdemokratieprojekt an unserem Institut: An zwei Grundschulen in Hannover werden im Vormittags- und im Ganztagsbereich AGs zum Thema Kinderdemokratie angeboten. Wo und wann dürfen und sollten Kinder mitbestimmen? Wie kann man seine eigene Meinung so vorbringen, dass man auch gehört wird, aber dabei niemanden anderen verletzt? Und das in der Schule! Gemeinsam mit den Kindern versuchen wir herauszufinden, wie diese selbst im Schulalltag mitwirken können. Ziel der Arbeitsgruppen ist es, auf eine demokratische Schulkultur hinzuarbeiten und zusammen auszuprobieren, was das für Kinder bedeutet und wie sie Teil davon werden. Denn Demokratie heißt Mitbestimmung und Teilhabe.
In den ersten Wochen wurden z.B. in kleinen Gruppen Spielregeln für ein Würfelspiel festgelegt, es gab für bestimmte Felder nicht nur Regeln wie „Eins vor“ oder „Einmal aussetzen“, sondern auch „10 Hampelmänner machen“, „einen Witz erzählen“ oder „vortanzen“. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler gemerkt, dass es manchmal ganz schön schwierig ist, sich auf etwas zu einigen. Nach getaner Arbeit hatten alle Spaß daran, ihr Spiel auszuprobieren.

 

 

Unterrichtsmaterialien

Das Göttinger Institut für Demokratieforschung hat in Kooperation mit dem Niedersächsischen Kultusministerium die „Arbeitsblätter zur Demokratieerziehung in der Grundschule“ entwickelt. Mit ihrer Hilfe können politische und gesellschaftliche Themen im Grundschulunterricht behandelt werden.

Die erste Ausgabe befasst sich mit dem Thema „Meinungspluralismus“, einem elementaren Bestandteil moderner demokratischer Gesellschaften, die zweite Ausgabe mit dem Thema Klassensprecher(innen)wahlen. Das dritte Heft greift nun das Thema „Partizipation“ auf und möchte Schülerinnen und Schüler ihre Rechte bewusst machen und Wege der politischen Teilhabe aufzeigen. Die Aufgaben wurden so gestaltet, dass sie für alle Schuljahrgänge im Primarbereich geeignet sind.

Ergebnisse aus dem Projekt „Kinderdemokratie“, das von der Friede-Springer-Stiftung gefördert wurde, flossen unmittelbar in die „Arbeitsblätter zur Demokratieerziehung in der Grundschule“ ein. Die „Göttinger Kinderdemokratie“ erforscht, was Kinder unter Demokratie verstehen und wie sie Demokratie wahrnehmen. Dabei konnte belegt werden, dass (auch) Kinder im Grundschulalter ein Interesse an politischen Themen und Freude an der Beschäftigung mit ihnen haben.

Die vorliegenden Arbeitsblätter sind als Anregung dafür gedacht, politische und gesellschaftliche Themen nach den Maßstäben der demokratischen Idee und in Übereinstimmung mit dem Kerncurriculum für die Grundschule angemessen und interessant im Unterricht zu behandeln.

Hier können Sie die alle vom Institut entwickelten Unterrichtsmaterialien herunterladen.

 

Demokratie-Planspiel

Damit ihr noch besser nachempfinden könnt, was Politik und Demokratie eigentlich bedeuten, haben wir uns zu diesem Thema ein Planspiel für Kinder ausgedacht. Darin spielen die Kinder, dass sie als Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes „Felddorf“ darüber entscheiden müssen, ob eine neue Straße gebaut werden soll. Es gibt dort nämlich ein großes Problem: Die Straße, die durch die Stadt führt, ist extrem gefährlich und laut. Allerdings halten dafür viele Leute an und gehen in Felddorf essen oder einkaufen. Einige Bewohner wollen deswegen, dass eine Umgehungsstraße um Felddorf gebaut wird. Das finden aber die Umweltschützer doof, die den Wald im Süden bewahren wollen. Auch die Bauern sind dagegen, dass die Straße durch ihre Felder im Norden geht. Was also tun? Als „echte“ Politikerinnen und Politiker, Eltern, Umweltschützerinnen und Umweltschützer versucht ihr nun im Planspiel eine Lösung zu finden. Ihr sitzt im Parlament der Stadt, könnt für eure Ziele demonstrieren, abstimmen und am Ende entscheiden.

Infos, Anleitungen und Materialien zum Planspiel gibt es hier.

Rückblick

Tag der offenen Tür

Am 21. Mai 2011 fand der Tag der offenen Tür des Instituts statt. Dabei gab es ein tolles Kinderprogramm. Die Kinder konnten dabei bei verschiedenen Spielen ein bisschen mehr über Politik und Demokratie und über die guten und schlechten Seiten des „Streitens“ erfahren. Am Ende dieser „Demokratie-Rallye“ wurde den Kindern ein Demokratie-Diplom überreicht.

Am gleichen Tag fand auch die Siegerehrung des Kinder-Malwettbewerbs „Dein Bild von der Politik statt“. Einige Bilder findet ihr hier.

Kinderplanspiel

Auch das Kinderplanspiel rund um Felddorf haben wir schon gespielt.

Im Sommer 2011 war eine dritte Klasse der Göttinger Brüder-Grimm-Schule bei uns zu Gast:

Im Februar 2012 haben wir das Planspiel an der Grundschule Himbergen gespielt. Eindrücke davon findet ihr hier.

Im Juni haben wir die Kinder der Lorenz-Kellner-Grundschule in Heiligenstadt besucht. Fotos findet ihr hier.

Medienstimmen

 

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.


Ausstellung „Kinderstimmen“

Die Ausstellung

Über die Ausstellung

Die abgebildeten Kinder geben Antworten auf die Frage „Was ist Demokratie für Dich?“. Unserer Erfahrung nach, haben Kinder sehr wohl Vorstellungen zu den Themen Politik und Demokratie. Die Ausstellung soll somit ein Stück weit ein Sprachrohr für die sonst in der politischen Sphäre oftmals ungehörten Kinderstimmen sein.

Zu sehen sind hier Portraits unterschiedlicher Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, die wir im Rahmen des Projekts „Kinderdemokratie“ des Göttinger Instituts für Demokratieforschung interviewt haben. Die Ausstellung zeigt einen Ausschnitt der zahlreichen eingefangenen Stimmen in dem Projekt Kinderdemokratie.

Die Frage, was Demokratie ist, ist nicht gerade leicht zu beantworten – ganz unabhängig vom Alter. Die vielfältigen Antworten der Kinder sind hier getreu unserer Audioaufnahmen abgebildet.

Das Projekt Kinderdemokratie des Instituts für Demokratieforschung setzt sich das Ziel Forschung zu Demokratiebildern bei Kindern im Grundschulalter und pädagogischer Praxis zu verknüpfen. Dabei arbeiten wir zusammen mit Schulen, anderen Bildungseinrichtungen und Kulturschaffenden. Die hier abgebildeten Kinderstimmen sind im Rahmen unserer politischen Bildungsangebote entstanden: bei der Demokratierallye auf dem Mitarbeiterfest der Universität Göttingen und bei Demokratie-Planspielen an Grundschulen.

Hierbei kann bisher eines mit Sicherheit gesagt werden: Um das Politikverständnis von Kindern zu ergründen, muss die Wissenschaft ihnen Raum zum Ausdruck geben! Die Ausstellung KINDERSTIMMEN leistet hierzu einen Beitrag.

Fotografien: Andreas Wagner, Susanne Schwarz

Bildkomposition: Julia Kiegeland, Susanne Schwarz