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Politische Führung und Biographik

Politik funktioniert nicht ohne politische Führung. Auf kommunaler wie auf Bundesebenen, im nationalen und internationalen Kontext kommt den personalisierten Führungsprozessen zentrale Bedeutung zu. Denn die Person (oder Personengruppe), die mit der Führung einer Partei oder eines Staates beauftragt wird, hat entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Gebildes, dem sie (meist) per Wahl und auf Zeit vorsteht. In unseren Arbeiten über politische Führung und Biographik stellen wir uns daher immer wieder die Frage, über welche Einfluss- und Entscheidungsmöglichkeiten die konkrete Person verfügt, welches ihre Notwendigkeiten und Herausforderungen, welches die Beschränkungen ihrer politischen Führung sind. Wer ist ein guter Anführer, wer ein erfolgreicher? Und woran sollte dies gemessen werden? Es geht demnach nicht nur um terminologisches Erklärungspotential eines Begriffs, sondern auch darum, ob „Führung“ normativ gewertet werden kann – sowohl als nachträgliches, historisierendes Urteil als auch vorausschauend in dem Sinne, welche Determinanten für gute, gelungene Führung erfüllt sein müssen.