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Ursachen von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus

Arbeitstitel

Ursachen und Hintergründe für Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und fremdenfeindlich motivierte Übergriffe in Ostdeutschland, sowie die Ballung in einzelnen ostdeutschen Regionen

Laufzeit

2016/2017

Förderer

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Projektbeschreibung

„PEGIDA“ in Dresden, pogromartige Angriffe auf geplante und bestehende Asylunterkünfte in Freital und Heidenau, AfD-Demonstrationen in Erfurt – in Ostdeutschland, und insbesondere in Sachsen und Thüringen, vergeht derzeit kaum ein Tag ohne fremdenfeindlich motivierte Übergriffe. Die Diagnose geballter Fremdenfeindlichkeit in manchen ostdeutschen Regionen ist medial, politisch und im Angesicht von PEGIDA auch wissenschaftlich wieder ein wichtiges Thema geworden. Zugleich kann die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Hintergründen von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit kaum mit den sich ausbreitenden Übergriffen mithalten – zu breit, zu gestreut, auch zu unterschiedlich (etwa in Zusammensetzung, „Erfolg“, zeitlichem Ablauf) sind die untergründigen Ursachen, Netzwerke und Zusammenhänge in unterschiedlichen Regionen. Vielmehr greift, trotz der vielfachen Diagnose, dass Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ein spezifisches ostdeutsches Moment innewohne, eine monolithische, auf Ostdeutschland als Erklärungsfolie kaprizierende Forschung bisher zu kurz, um die spezifischen Ausprägungen und Ballungen zu erklären – da schließlich nicht überall in den Neuen Bundesländern das Problem gleichermaßen ausgeprägt ist, vielmehr eindeutige Epizentren der Gewalt und Fremdenfeindlichkeit identifizierbar sind.

Das Forschungsprojekt setzt deshalb eine Ebene unterhalb an, in bestimmten Bundesländern, dort wiederum in einzelnen Regionen, um die untergründigen Mentalitätsströme, die spezifischen Bedingungen politischer Kultur zu ergründen und so Erklärungen für die Ballung fremdenfeindlichen Denkens und fremdenfeindlicher Übergriffe abzuleiten. Sind bestimmte Ursachen innerhalb der Regionen für Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit auszumachen? Welche Bedingungen führen zu jenen politischen und gesellschaftlichen Einstellungen?

Das Institut für Demokratieforschung stützt seine Forschung dabei auf einen Quellen- und Methodenmix. Neben der klassischen Literaturrecherche ist hier der direkte Kontakt zum Forschungsfeld über leitfadengestützte Interviews, teilnehmende Beobachtungen und Fokusgruppen ein zentrales Forschungsinstrument.