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Dissertationsprojekt

Verfasser

David Bebnowski

Arbeitstitel der Dissertation

Die Neue Linke und die Theorie – Anziehungskraft und Niedergang politischer Ideen im Spiegel der Zeitschriften „PROKLA“ und „Das Argument“

Exposé

Diese Arbeit ergründet den Wandel der Anziehungskraft unterschiedlicher politischer Ideen in der intellektuellen Debatte und politischen Praxis der Neuen Linken in Deutschland. Den Forschungsgegenstand bilden die Zeitschriften PROKLA und Das Argument sowie ausgewählte einflussreiche politische Theorien. Mittels einer verstehenden Interpretation und ca. 10 narrativen Interviews mit neulinken Vordenkern werden die Bedingungen analysiert, unter denen bestimmte Ideen ihre Attraktivität entfalteten. So soll ein Beitrag zur politischen Ideengeschichte der Neuen Linken entstehen. Der Gesamtumfang der Arbeit beträgt 300 Seiten.

Wie erklärt sich die Attraktivität bestimmter politischer Ideen für linke Aktivisten und Intellektuelle? Warum ist eine bestimmte Theorie zeitweise eher „in Mode“ als eine andere? Welche konkreten historischen Umstände können die theoretische Orientierung linker Akteure im Zeitverlauf erklären?

Die Beantwortung dieser Fragen bildet den Kern dieses Dissertationsprojekts. Forschungsgegenstand sind die einflussreichen Zeitschriften PROKLA und Das Argument, in denen viele prominente linke Denker – wie Wolfgang F. Haug, Günter Anders, Wolfgang Abendroth, Elmar Altvater, Oskar Negt und André Gorz – publizierten. Über die seit 1959 (Argument) und 1971 (PROKLA) erscheinenden Zeitschriften soll der Diskussionszusammenhang des akademischen Marxismus erschlossen werden, der einen bedeutenden Teil der deutschen Neuen Linken verkörpert. Hierfür werden politische Debatten und  theoretische Bezüge bis in die Gegenwart hinein verfolgt. Die Zeitschriften bilden so einen roten Faden, der zu erkennen hilft, welche politischen Ideen und Theorien im Zeitverlauf besondere Anziehungskräfte auf politische Akteure der Neuen Linken ausübten. Diese Ideen und Theorien gilt es durch eine genaue Analyse des sozio-historischen Kontextes, der Wirkungsbedingungen und der Attraktivität bestimmter Ideen und Theorieschulen – wie dem Marxismus oder dem Poststrukturalismus – zu ergründen. Diesem Zweck dienen auch die Interviews mit linken Vordenkern.

Durch die Analyse der Wandlungen theoretischer Betrachtungsweisen und politischer Ideen in der Nachfolgezeit der Neuen Linken soll neben der historischen Einordnung linker politischer Leitorientierungen auch ein Beitrag zum Verständnis innerlinker Debatten und Lernprozesse entstehen, um gegenwärtige linke Diskurse und Begegnungen befruchten zu können und zur innerlinken Verständigung beizutragen.

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