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Dissertationsprojekt

Verfasser

Christian Werwath

Arbeitstitel der Dissertation

Politische Führung in Niedersachsen – Das Amt des Ministerpräsidenten

Exposé

Nichts ist ungewisser als die Arithmetik der Macht. Politische Führung, die Handhabung der Macht, ihre Mittel und Wege, ist nicht in eine allgemeingültige Formel überführbar. Die Analyse, warum eine Führungspersönlichkeit erfolgreich agiert oder gescheitert ist, lässt dementsprechend keine alleingültige Erklärung zu – zu groß sind die Unwägbarkeiten der menschlichen Interaktion.

Führungsforscher können also, zumal sie häufig nur von außen gleichsam aufmerksame und gewissenhafte Begleiter der Geschehnisse sind, keine handlungsanweisenden Normen setzen. Jedoch sind sie oftmals in der Lage, eine Schneise in das Sammelsurium der Informationen zu schlagen, Gedanken zusammenzuführen, Ordnung und Übersicht herzustellen. Die Führungsforschung dient damit auch ganz konkret dem Aufklärungsverständnis moderner Demokratien über ihr eigenes Tun.

Dies vorausgesetzt, beschäftigt sich das vorliegende Dissertationsprojekt mit der Suche nach Gründen, Erklärungen und Mustern der Führungsarbeit von einem langjährigen und einflussreichen Ministerpräsidenten Niedersachsens: Ernst Albrecht. Mit Hilfe eines weitgesteckten Analyserahmens, mit vier als wesentlich anerkannten Einflussfaktoren auf politische Führung (Persönlichkeitsmerkmale, Strukturelle Konstellationen, Historisch-gesellschaftlicher Kontext und Machtmittel) wird folgenden Leitfragen nachgegangen:

  • Über welche Einfluss- und Entscheidungsmöglichkeiten verfügt ein niedersächsischer Ministerpräsident?
  • Welchen Herausforderungen und Beschränkungen unterliegt das Amt?
  • Gibt es Rahmenbedingungen, die unterschiedliche Varianten „politischer Führung“ erfordern: Wie reagierten die Ministerpräsidenten auf diese Anforderungen?
  • In welchem Machtgefüge beziehungsweise Machtgeflecht agierte Ernst Albrecht und wie veränderten sie sich?

Da diese Arbeit im Rahmen des Projektes “Politische Führung im deutschen Föderalismus – Die Ministerpräsidenten Niedersachsens” erstellt wird, erlaubt eine abschließende Gesamtbetrachtung im erscheinenden Sammelband die Herausarbeitung auffälliger Konstanten bzw. Einflüsse für politische Führung und deren Prozesse in Niedersachsen.