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Dissertationsprojekt

Verfasser

Andreas Wagner

Arbeitstitel der Dissertation

Über die Elegien der Macht: Die Christdemokratischen Parteien in Deutschland, Österreich und den Niederlanden

Exposé

Auch wenn derzeit die christdemokratischen Parteien in den meisten europäischen Staaten an der Regierung sind, so wirken die einst kraftstrotzenden Volksparteien inhaltlich leer, elektoral ausgezehrt und ideologisch wie personell entkernt. Weit weg scheinen Parteien wie die CDU, die österreichische ÖVP oder der niederländische CDA von ihrer einstigen Zentralstellung der beginnende 1980er Jahre, die ihnen stete Wahlergebnisse jenseits der 40 Prozent bescherte. Geblieben ist ein Vierteljahrhundert später eine zumeist mühevolle großkoalitionäre Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten, die in den Niederlanden gar noch durch eine kleinere christliche Partei ergänzt werden musste. Trotz der Regierungsbeteiligungen gewinnt man derzeit den Eindruck, dass mit dem elektoralen Austarieren der 30-Prozent-Schwelle gleichsam die Fähigkeit zur Mobilisierung einst ebenso homogener wie parteitreuer gesellschaftlicher Milieus erlischt.

Das Klagen nach dem Bedeutungs- , Mobilisierungs- und Scharnierverlust der Parteien ist indes kein Phänomen der letzten Jahre. Bereits frühzeitig begannen selbst innerhalb der Parteien Debatten wider die innerparteiliche Verkrustung hin zu einer programmatischen wie organisatorischen Öffnung. Ziel dieses Dissertationsprojektes soll es sein, den Weg dieser teilweise umstrittenen Entscheidungen und Reaktionen in den drei Ländern nachzuzeichnen und ihn auch innerhalb des Diskurses des Auflösungsprozesses der Großorganisationen einzubetten. Dabei soll speziell auf die in der Parteienforschung bewährten Untersuchungskategorien der Wähler und Mitglieder, der Parteiführung, der Parteiorganisation sowie der Programme Wert gelegt werden.