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Dissertationsprojekt

Verfasserin

Stine Marg

Titel der Dissertation

Vorstoß in die Mitte. Fokusgruppen als Instrument zur Erkundung der funktionsbedürftigen sozialen Mitte.

Zusammenfassung

Die „Mitte“ der Gesellschaft umgibt eine mystische Aura. Sie trägt seit jeher das Versprechen in sich, den harmonischen Ausgleich der Extreme in sich zu bergen und ein Garant für Stabilität zu sein. Daher verwundert es wenig, dass selbst Parteien gern mit der „Mitte-Begrifflichkeit“ operieren. Offenbar ist „Mitte“ auch auf diese Art zu einem wirkmächtigen Begriff geworden, der nicht nur von Historikern und Sozialwissenschaftlern immer wieder verwendet wird, sondern im politischen Vokabular fest etabliert ist.

Hier wird die Existenz einer „Mitte“ als reale Figur vorausgesetzt – real nicht nur, weil „Mitte“ als Argumentationsmuster innerhalb der Gesellschaft eine Position besetzt, sondern real auch deshalb, weil regelmäßige Umfragen den Befund festhalten, dass sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Bundesrepublik diesem als „Mitte“ bezeichneten gesellschaftlich-sozialen Segment zuordnet.

Diese „Mitte“ wird in der vorliegenden Arbeit erstmals auf Basis einer umfangreichen qualitativen Erhebung systematisch analysiert. Dabei werden die Wertvorstellungen und Erwartungen der „Mitte“ ebenso untersucht, wie deren Bild von der Zukunft und vor allem – als Schwerpunkt der Arbeit – die Einstellung zur Politik. Wie bewertet sie Politik im Allgemeinen, Politiker, politische Prozesse und Entscheidungen im Besonderen? Anhand welcher Maßstäbe trifft sie politische Entscheidungen und fällt Urteile?

Basis der Untersuchung ist u.a. – mit Hilfe von über zwanzig Gruppendiskussionen mit Vertreter „der Mitte“ – selbst produziertes Material. Auch weil die Gruppen- bzw. Fokusgruppe in den Sozialwissenschaften bisher wenig etabliert ist, wird die Methodik zur Erforschung der „Mitte“ genauso vorgestellt, deren Vor- und Nachteile diskutiert, wie die Ergebnisse über die soziale Formation selbst. Damit soll auch gezeigt werden, dass Fokusgruppen nicht nur der Politik zu Zwecken der Wählerbefragung und Testung von Wahlwerbung dienlich sein mögen, sondern auch in der Politikwissenschaft für die qualitative Einstellungsforschung fruchtbar sein können.

Zusammenfassung und Inhaltsverzeichnis als Download