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Dissertationsprojekt

Verfasser

Michael Lühmann

Arbeitstitel der Dissertation

Die Grünen nach Joschka Fischer

Abstract

Die Dissertation wird versuchen, bezugnehmend auf die Gründungsgeschichte als Sattelzeit der grünen Partei (mit gleichwohl weiter zurückliegenden Wurzeln in der Moderne) die Entwicklung der Grünen nach 2005 zu beschreiben. Es soll gezeigt werden, wie stark die Grünen nach Fischer – nach Rot-Grün an der Macht (Wolfrum) – an ihr ökologisches Narrativ wieder anknüpften und sich hieran wieder aufrichteten. Der nach den rot-grünen Jahren wieder gestärkte programmatische Rekurs auf die Ökologie, das Wiederzubewegen auf die Anti-Atomkraft-bewegung, die Bewegung in die „Mitte“ der Gesellschaft, ein allmählich wiederentdecktes stärkeres sozialpolitisches Profil, auch die Wiederannäherung ans bürgerliche Lager knüpft hierbei nicht unwesentlich an gründungsgrüne Debatten an. Aber auch die „Wiederentdeckung“ der Sozialpolitik knüpft an grüne Diskurse an, die älter sind, als die Konflikte, die hierum seit 2005 bisweilen auftauchen und sich schließlich im Vorfeld und Nachgang der Bundestagswahl 2013 in Konkurrenz zum ökologischen Narrativ gestanden haben mögen. Zugleich ist es der ökologischen Erzählung über eine schleichende Politisierung scheinbar gelungen, auch gesellschaftlich zu reüssieren. Die hieraus folgenden Veränderungen in der Partei und in der bundesrepublikanischen Gesellschaft sollen in einer Bezugsgeschichte beider Sphären zueinander verwoben und in einer Darstellung der Grünen nach 2005 verdichtet werden.