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Dissertationsprojekt

Verfasser

Thorsten Kröger

Arbeitstitel der Dissertation

Die Bedeutung christlicher Werte für deutsche Parteien im Spiegel der Bundestagsdebatten der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts

Exposé

Über Werte wird wieder ernsthaft nachgedacht: in Gesellschaft und Politik, in Massenmedien und Wissenschaft. Ein Hauptgrund dafür liegt in der Struktur der (Post) Moderne begründet. Pointiert formuliert ist die Moral der Preis der Moderne. Das öffentliche Ringen um gemeinsame Werte, ethische Leitlinien, Moral und Tugend ist auch in Deutschland Ausdruck dieses Bedürfnisses.
Aber: Welche Werte können für gesellschaftliche Integration und gemeinschaftliches Miteinander dienlich sein und auf welcher Grundlage sollen diese Werte gewonnen werden?

Häufig erfolgt hier der Rückgriff auf die Religion im Allgemeinen und auf das Christentum im Speziellen. Haben christliche Werte ungeachtet aller Relativierungen in modernen pluralistischen und religionsneutralen Gesellschaften noch eine Bedeutung?
Vor dem geschilderten Hintergrund der andauernden Werte-Debatte verfolgt diese Arbeit das Ziel, christliche Werte in einem klar begrenzten Ausschnitt von Öffentlichkeit – der parteipolitischen, im Spiegel von Parlamentsdebatten – über einen längeren Zeitraum zu untersuchen.

Zwei primäre Forschungshypothesen liegen der Arbeit zugrunde:

  1. Christliche Werte sind innerhalb der Parteien bedeutsam, wobei weniger eindeutig zuzuweisen ist, wer in welchem Maße dafür steht, als es Parteiprogramme und allgemeine Einschätzungen vermuten lassen. Das „C“ hat in jeder Partei einen gewissen Stellenwert.
  2. Die Einstellung gegenüber christlichen Werten erlebt einen Wandel. Sie haben innerhalb der letzten zehn Jahre, gerade auch unter dem Eindruck des 11. September 2001, mehr Bedeutung erhalten.

Methodisch wird sowohl quantitativ als auch qualitativ gearbeitet. Sieben, bisher noch vorläufige Leitfragen, dienen als Gerüst der inhaltsanalytischen Untersuchung.