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Dissertationsprojekt

Verfasserin

Johanna Klatt

Arbeitstitel der Dissertation

Soziale Ungleichheit in der modernen Bürgergesellschaft? Die Perspektive sozial benachteiligter Bevölkerungsschichten

Exposé

So umfangreich die „civil society“- oder Dritte Sektorforschung auch sein mag, in einem ist man sich weitgehend einig: Die Organisationsstruktur der Zivil- oder Bürgergesellschaft hat sich in den letzten Jahren entscheidend gewandelt.

Während klassische Großorganisationen wie Parteien, Gewerkschaften oder Kirchen zunehmend Mitglieder verlieren, entstehen vielerorts „Freiwilligenzentren“ und -„Agenturen“, werden „Zeitbörsen“ arrangiert oder „Marktplätze für Engagement“ veranstaltet. Insgesamt scheint sich der Trend von starren Mitgliedschaften weg und zu flexiblen, individuellen und informellen Aktivitätsangeboten hin zu bewegen. Doch Größe und heterogene Struktur der Bürgergesellschaft erschweren den wissenschaftlichen Blick auf dieses Phänomen.

Das Forschungsvorhaben setzt hier an und stellt die  Frage nach der sozialen Basis derer, die sich an den „modernen“ Formen beteiligen. Wie sozial-integrativ ist diese moderne Bürgergesellschaft? Bieten die neuen Partizipationsformen durch ihre Angebote neue Integrationsmöglichkeiten für bildungsferne Bevölkerungsschichten? Oder finden sie vielmehr außerhalb ihrer Lebenswelten statt und drohen somit, das so genannte „abgehängte Prekariat“ nun auch von der Bürgergesellschaft „abzuhängen“?