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Unkalkulierbar wie nie

Alexander Hensel |  24. März 2011 |   |  Drucken

[analysiert]: Ulrich Eith über die Lage in Baden-Württemberg vor der Wahl

Wie sind die Parteien in Baden-Württemberg aufgestellt und wie beeinflusst „Stuttgart 21“ die kommende Landtagswahl? – Hierauf antwortete der Freiburger Parteienforscher Prof. Dr. Ulrich Eith Anfang März unserem Radiomagazin „Unter der Lupe“. Nach der Katastrophe in Japan hat Eith seine Einschätzung der politischen Lage in Baden-Württemberg aktualisert. Er meint, bei den anstehenden Wahlen sei nun alles möglich:

Die Entwicklung der politischen Stimmungslage vor den Ereignissen in Japan war berechenbar. Das Thema „Stuttgart 21“ hatte nur noch regionale Bedeutung. Die Regierungsparteien konnten in den Umfragen schrittweise Boden gutmachen und lagen auf Erfolgskurs. Zu erwarten war also, dass CDU und FDP aufgrund ihrer strukturellen Vorteile in Baden-Württemberg  die Wahl knapp, aber immerhin gewinnen würden. Mit den Ereignissen in Japan hat sich die Stimmungslage erneut gedreht.

Neueste Umfragen zeigen eher einen leichten Vorsprung von SPD und Grünen. Sollten sich diese Stimmungen die Woche über behaupten, ist ein Wahlsieg der Oppositionsparteien trotz ihrer strukturellen Nachteile im Bereich des Möglichen. Nicht auszuschließen ist zudem, dass die Grünen, in deren Anhängerschaft das Thema Atomkraft am deutlichsten mobilisiert, stärker als die SPD abschneiden und Baden-Württemberg dann einen grünen Ministerpräsidenten bekommt.

Noch nie war eine Landtagswahl in Baden-Württemberg so unkalkulierbar.

(U. Eith am 22.03.2011 via E-Mail)

Ulrich Eith im Audio-Interview mit Benjamin Mayer von „Unter der Lupe„, der Radiosendung des Göttinger Instituts für Demokratieforschung Anfang März 2011.

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Prof. Dr. Ulrich Eith ist Politikwissenschaftler, Direktor des Studienhauses Wiesneck in Buchenbach und Geschäftsführer der Arbeitsgruppe Wahlen an der Universität Freiburg.


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