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Podiumsdiskussion zum Thema Rechtsterrorismus

Franz Hartmann | 24. Januar 2012

Am 19. Januar veranstaltete das Göttinger Institut für Demokratieforschung gemein-sam mit dem Göttinger Stadtradio eine Podiumsdiskussion zum Thema Rechtsterrorismus. In der vom NDR-Info-Redakteur Stefan Schölermann moderierten zweistündigen Veranstaltung, die unter reger Beteiligung in einem Hörsaal im Waldweg stattfand, wurden die Ereignisse der letzten Monate rund um die rechte Mordserie beleuchtet. Dabei nahmen die Fragen, ob mit diesen Gewalttaten hätte gerechnet werden müssen und inwiefern die Sicherheitsbehörden versagt haben, den größten Raum ein. Weitere Themen des Abends waren die Rolle der V-Männer, das Verbot der NPD und die Frage, in welcher Form der gesellschaftliche Alltagsrassismus zur Radikalisierung der rechten Szene beiträgt.

Foto: Andreas Wagner

Besonders der Rechtextremismusforscher Dr. Gideon Botsch von der Universität Potsdam wies auf die Probleme der Extremismustheorien, wie sie in der Wissenschaft geläufig sind, hin und kritisierte, dass man mit diesen Konzepten die Besonderheiten des Rechtsextremismus nicht erklären könne. Er prangerte Versäumnisse der Wissen-chaft an, die mit wenigen Ausnahmen nicht vor einer terroristischen Entwicklung gewarnt hätte. Der RechtsRock-Experte Jan Raabe ergänzte, dass schon seit Jahren in der rechten Musikszene offen zu Gewalt aufgerufen werde und die Taten der sogenannten „Zwickauer Zelle“ eine logische Folge seien.

Foto: Andreas Wagner

Auf die Sicht der Angehörigen der Opfer wies der Musiker und Pädagoge Kutlu Yurtseven aus Köln hin. Diese hatten die Polizei schon früh auf einen möglichen rechten Hintergrund der Taten aufmerksam gemacht, waren aber bei den Sicherheitsbehörden auf taube Ohren gestoßen, da diese sich in ihren Ermittlungen früh auf ein kriminelles Milieu konzentriert hatten.

Foto: Andreas Wagner

Einig waren sich alle Podiumsteilnehmer darin, dass die alte Vorstellung nicht mehr haltbar sei, wonach Terrorismus auch immer mit einem öffentlichen Bekenntnis der Täter zu ihren Gewalttaten einhergehe.

Mitschnitt der Veranstaltung vom Stadtradio Göttingen:

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