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Michael Brie über Wolfgang Streecks Kapitalismusanalyse

 | 2. Februar 2018

Am 01.02.2018 referierte Prof. Michael Brie auf gemeinsame Einladung des Instituts für Soziologie, des SOFI und des Instituts für Demokratieforschung über Wolfgang Streecks Analyse des westlichen Kapitalismus und seiner Krisen. Als Ausgangspunkt seines Interesses an dem Soziologen benannte Brie die Möglichkeit der strategischen Nutzbarmachung von Gesellschaftstheorien. Streecks Werk beleuchtete er unter drei Gesichtspunkten: Erstens sieht er Streeck als pessimistischen Erzähler eines Verfalls und nicht allzu fernen Zusammenbruchs des Kapitalismus. Die handelnden Akteure blieben bei ihm ohnmächtig dargestellt. Zweitens stellte er Streeck als Analysten der Evolution kapitalistischer Gesellschaften in der Tradition Karl Polanyis vor. Drittens schließlich ging Brie auf die Gegenwartsdiagnose Sreecks ein, der zufolge wir den Anbruch eines von Unsicherheit, Desorientierung, Ordnungserosion und zunehmender Ungleichheit gekennzeichneten postkapitalistischen Interregnums erleben. Diskussionsstoff lieferte vor allem die Frage nach Handlungsoptionen und möglichen Alternativen