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INDES Ausgabe 2-2014: Tabus
16. Juli 2014

INDES Ausgabe 2-2014: TabusGrundsätzlich lässt sich nahezu alles und jedes tabuisieren – der Tabu-Begriff ist denkbar schwammig und breit. Einerseits stabilisieren Tabus das gesellschaftliche Machtgefüge, indem sie Korridore des Erlaubten markieren und bestimmte Gedanken, Äußerungen und Handlungen sanktionieren; Tabus sind mithin Bestandteile einer funktionierenden menschlichen Gesellschaft. Andererseits verlieren Tabus ihre Funktion als Stabilisatoren der bestehenden Zustände in dem Moment, da sich Tabubrüche häufen und allgemein üblich werden. Zudem fördern Tabus stets auch ihre Verneinung, sie stellen also nicht nur den Resonanzkörper für provokative Tabubrüche dar, sondern bringen auch die Person des Tabubrechers überhaupt erst hervor. Wie mannigfaltig Tabus sind, ergründet die neue Ausgabe der INDES.